Von:
Hans Schott

e-kirchenmusik.de

Man kann sie mit Freude hören, auch wenn man kein Heiliger ist. Man kann sie verstehen, auch wenn man nicht zur Kirche gehört. Kirchenmusik bringt frischen Wind in die Kirche. Sie versetzt die Luft in Schwingung: mit den Stimmen der Sängerinnen und Sänger, mit Trompete, Flöte und Orgel, mit Geige und Gitarre - kein Instrument, aber auch kein Mensch ist ungeeignet zum Lob Gottes.

Kirchenmusik ist geistliche Musik. Sie baut auf, regt an, rüttelt auf, sie entspannt, lässt innehalten, sie macht aber auch betroffen. Kirchenmusik ist die offene Hand der Kirche, sie ist ein Hauch von Gottes Nähe, sie ist ein Schnappschuss der Ewigkeit. Kirchenmusik durchzieht das ganze Leben: vom Liedruf im Krabbelgottesdienst, von der stimmungsvollen Weihnachtsmusik, dem jubelnden Osterruf, dem festlichen Hochzeitspräludium über mitreißende Musicals, mahnende Dissonanzen und großartige Oratorien bis hin zum schlichten Choral am Grab. Sie klingt noch dort, wo Worte verstummen.

Kirchenmusik ist Musik in der Kirche, aber sie umfasst auch alle geistliche Musik, die außerhalb der Kirche erklingt: in Konzertsälen, auf Straßen und Bergen, in Wäldern und Häusern – manchmal , zur Weihnachtszeit, sogar in Kaufhäusern. Kirchenmusik vereint: sie formt zum Chor, sie verbindet zur Gemeinde, sie überspringt Grenzen zur anderen Konfession, zur fremden Kultur.

Kirchenmusik kann man hören und genießen, live in Kirchen oder bei Veranstaltungen, in Funk, Fernsehen, Internet oder auf CD. Man kann sie aber auch selbst machen. Chöre und Instrumentalgruppen laden ein, Offene Singen und Gottesdienste regen an. Unermesslich ist die Vielfalt der Kirchenmusik, unfassbar ihre Wirkung. Genauso unbegreiflich wie die Botschaft, die sie in unendlichen Variationen verkündigt. An Weihnachten klingt es das so: „Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsre Nacht nicht traurig sein!“